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Schutz heimischer Tierarten: Zoos und Organisationen wollen heimische Arten besser schützen

Schwerin/Berlin/Innsbruck, 12. Mai 2026 – Vergangene Woche fand im Zoo Schwerin eine zweitägige Artenschutz-Fachtagung der Stiftung Artenschutz und des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) statt, an der auch der Alpenzoo Innsbruck teilnahm. Neben den anhaltenden Bemühungen, gefährdete Arten weltweit mithilfe zoologischer Einrichtungen langfristig zu erhalten, haben sich die Expertinnen und Experten angesichts des zunehmenden Biodiversitätsverlusts in Mitteleuropa darauf geeinigt, die Schutzbemühungen für heimische Arten künftig weiter auszubauen.

Artenschutz „vor der eigenen Haustür“ im Fokus

Von Schutzbemühungen zugunsten einzelner spezifischer Tierarten profitieren immer auch weitere heimische Tier- und Pflanzenarten.

„Solche positiven Auswirkungen auf weitere Arten wollen wir bei der Initiierung neuer Projekte künftig stärker berücksichtigen“, erklärt Dr. Tobias Kohl, Geschäftsführer der Stiftung Artenschutz; „um schneller eingreifen zu können, müssen wir noch gezielter erkennen, bei welchen Tierarten wir aktiv werden müssen. Und für diese große Aufgabe müssen sich die Zoos, Natur- und Artenschutzinstitutionen vernetzen“.

Zoos und andere Naturschutzeinrichtungen haben die wichtige Aufgabe, Arten vor dem Aussterben zu bewahren und dem Biodiversitätsverlust etwas entgegenzusetzen. Weltweit ist eine Vielzahl von Tierarten auf Hilfe angewiesen. Um sie zu erhalten, bedarf es internationaler Netzwerke und Bemühungen vieler verschiedener Akteure.

Kriterien für Schutzbedürftigkeit

Im Zuge der Tagung wurden Kriterien zur Identifizierung der Schutzbedürftigkeit und zum Aufbau neuer Projekte für den Schutz nationaler Verantwortungsarten dargelegt. Entscheidend für die Bewertung sind neben dem Gefährdungsgrad der einzelnen Art die weiteren positiven Auswirkungen auf ein Ökosystem sowie die Realisierbarkeit von Schutzbemühungen unter Einbeziehung der Expertise von modernen Zoos.

“Der Alpenzoo Innsbruck kann sich hier durch seine weitreichende Erfahrung mit heimischen Tierarten ausgezeichnet einsetzen,” erklärt Dr. Nora Weyer, Artenschutzkoordinatorin des Alpenzoo Innsbruck, die den Alpenzoo bei der Tagung vertrat.

Beitrag des Alpenzoos zum Schutz heimischer Tierarten

Seit seiner Gründung beteiligt sich der Alpenzoo Innsbruck aktiv im Artenschutz der heimischen Tierwelt: Er koordiniert u. a. das Monitoring- und Schutzprojekt für die hochbedrohte Bayerische Kurzohrmaus, betreibt das IUCN Artenschutzzentrum für Kleinsäuger und ist Partner der globalen Initiative „Reverse the Red“, die den Trend des Artensterbens umkehren will. Der Alpenzoo beteiligt sich außerdem an Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEPs) und erfolgreichen Wiederansiedelungen von Bartgeiern, Habichtskäuzen, Raben, Waldrappen, Steinböcken, Wisenten und weiteren bedrohten Arten. In Zukunft sollen weitere heimische Arten wie der Feuersalamander hinzukommen – in Zusammenarbeit mit VdZ-Partnerinstitutionen.

Über das Treffen der AG Artenschutz

Gastgeber der 12. Tagung der „Arbeitsgruppe (AG) Artenschutz“ war der Zoo Schwerin. In seinem Rote Liste Zentrum kamen rund 50 Teilnehmende zusammen, darunter Biologinnen und Biologen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Zoos und zoonahen Organisationen aus dem deutschsprachigen Raum.

Die Tagungen werden zweimal jährlich von VdZ und Stiftung Artenschutz organisiert. Ziel ist der direkte fachliche Austausch über Artenschutzprojekte – sowohl im natürlichen Lebensraum als auch in Zoos. Die nächste Tagung findet im November 2026 im Allwetterzoo Münster statt.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des VdZ zu finden: https://vdz-zoos.org/presse/artikel/mehr-als-ein-drittel-der-arten-hierzulande-gefaehrdet

Bild 1: © Zoo Schwerin. Die Mitglieder der AG Artenschutz des VdZ trafen sich zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern.

Bild 2: © N. Brüning. Die Artenschutzbeauftragten der teilnehmenden österreichischen Zoos–Alpenzoo Innsbruck und Wiener Tiergarten Schönbrunn–nutzten das Treffen im Zoo Schwerin zum fachlichen Austausch.

Bild 3: © B. Trapp. Der Feuersalamander ist eine der bedrohten heimischen Arten, deren Erhalt Zoos seit vielen Jahren durch Haltung, Zucht und Wiederansiedlung unterstützen.

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