{"id":3072,"date":"2026-09-04T10:49:08","date_gmt":"2026-09-04T08:49:08","guid":{"rendered":"https:\/\/alpenzoo.at\/?p=3072"},"modified":"2026-09-04T11:35:20","modified_gmt":"2026-09-04T09:35:20","slug":"3-september-2026-garmisch-partenkirchen-innsbruck-augsburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alpenzoo.at\/it\/3-september-2026-garmisch-partenkirchen-innsbruck-augsburg\/","title":{"rendered":"3. September 2026 \u2013 Artenschutzprojekt f\u00fcr Zitronenzeisig, Waldbirkenmaus und Co."},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie kommen nur in den Alpen vor und sind auf intakte, vielf\u00e4ltige Lebensr\u00e4ume angewiesen: der Zitronenzeisig, die Waldbirkenmaus und die Bayerische Kurzohrmaus geh\u00f6ren zu den seltenen Tierarten, f\u00fcr deren Schutz im bayerisch-tirolerischen Grenzraum neue Ma\u00dfnahmen entwickelt werden. Unter dem Namen ZiWaCo \u2013 Zitronenzeisig, Waldbirkenmaus und Co. haben der Alpenzoo Innsbruck-Tirol, das Land Tirol, der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund f\u00fcr Vogel- und Naturschutz) und die Regierung von Schwaben ein gemeinsames grenz\u00fcberschreitendes Schutzprojekt gestartet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis Ende 2028 sollen wertvolle Lebensr\u00e4ume des alpinen Offenlands und lichter Waldbereiche untersucht, aufgewertet und langfristig gesichert werden. Das Gesamtbudget des Projekts \u201eBA0100473 \u2013 Zitronenzeisig, Waldbirkenmaus und Co. (ZiWaCo) Schutz von Alpen-Endemiten im bayerisch-tirolerischen Grenzraum\u201c bel\u00e4uft sich auf rund 822.000 Euro. Es wird zu 75 % (rund 616.000 Euro) durch die Europ\u00e4ische Union im Rahmen des F\u00f6rderprogramms INTERREG VI-A Bayern-\u00d6sterreich 2021\u20132027 kofinanziert. Die Finanzierung des Eigenanteils von 25 % erfolgt durch den LBV, den Alpenzoo Innsbruck-Tirol, das Land Tirol sowie das Bayerische Umweltministerium und den Bayerischen Naturschutzfonds.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eOb Alm in Oberbayern oder Alpe im Allg\u00e4u: Die traditionell bewirtschafteten Bergfl\u00e4chen sind wertvolle Lebensr\u00e4ume f\u00fcr seltene Tier- und Pflanzenarten\u201c, erl\u00e4utert Ethelbert Babl von der Regierung von Schwaben. Gerade f\u00fcr Arten, deren weltweite Verbreitung auf die alpinen Gebiete beschr\u00e4nkt oder stark eingegrenzt ist, haben diese Lebensr\u00e4ume eine besondere Bedeutung. Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Zielarten kommen dabei zahlreichen weiteren Vogel- und Kleins\u00e4ugerarten zugute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zitronenzeisig unter Druck<\/strong><br>Besonders aufmerksam beobachten die Projektpartner die Entwicklung des Zitronenzeisigs. F\u00fcr die Finkenart zeichnet sich im bayerischen Projektgebiet derzeit ein deutlicher R\u00fcckgang ab, und auch in Tirol konnten deutliche R\u00fcckg\u00e4nge festgestellt werden. \u201eGemeinsam gehen wir im Projekt den genauen Ursachen f\u00fcr das Verschwinden auf den Grund\u201c, erkl\u00e4rt Florian Lehne von der Abteilung Umweltschutz des Landes Tirol. \u201eAuf Basis dieser grenz\u00fcbergreifenden Daten k\u00f6nnen wir gezielte Schutzma\u00dfnahmen wie die Wiederherstellung nahrungsreicher Offenlandstrukturen und Trittsteinbiotope direkt vor Ort umsetzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei den zu untersuchenden Kleins\u00e4ugern k\u00f6nnen die Projektpartner unter anderem auf Erfahrungen und Erkenntnisse aus einem vorangegangenen Interreg-Projekt des Alpenzoo und des Bayerischen Landesamtes f\u00fcr Umwelt \u201e(BA0200319 \u2013 Wir retten eine (fast) unbekannte Art \u2013 Das Artenschutzprojekt Bayerische Kurzohrmaus (<em>Microtus bavaricus<\/em>) in der EZWK 2025-2026)\u201c aufbauen. \u201eDie daraus gewonnenen Erkenntnisse \u00fcber die Bayerische Kurzohrmaus wollen wir mit bestehendem Wissen zur Waldbirkenmaus im Alpenraum kombinieren \u2013 diese wichtige Datengrundlage werden wir in diesem neuen Projekt f\u00fcr den effektiven Schutz gef\u00e4hrdeter Kleins\u00e4uger in alpinen Lebensr\u00e4umen einsetzen\u201c, berichtet Nora Weyer, Artenschutzkoordinatorin am Alpenzoo Innsbruck-Tirol. Idealerweise werden von den Ma\u00dfnahmen auch weitere gef\u00e4hrdete Kleins\u00e4uger profitieren. Andr\u00e9 Stadler, Direktor vom Alpenzoo erkl\u00e4rt: \u201eMit dem Projekt ZiWaCo sch\u00fctzen wir seltene Arten und ihre Lebensr\u00e4ume, gemeinsam und \u00fcber die Grenzen hinweg. So bewahren wir die besondere Vielfalt der Alpen am effektivsten.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Traditionelle Berglandwirtschaft als Schl\u00fcssel zum Artenschutz<br><\/strong>Eine zentrale Rolle f\u00fcr das Projekt spielt die extensive traditionelle Bewirtschaftung von Almen und Alpen. Sie h\u00e4lt Fl\u00e4chen offen und schafft strukturreiche \u00dcberg\u00e4nge zwischen Wiesen, Weiden und Wald \u2013 Lebensr\u00e4ume, in denen viele seltene Arten vorkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir freuen uns sehr, dass die Bayerischen Staatsforsten, die \u00d6sterreichischen Bundesforste und die Alm- und Alpgemeinschaften ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Projekt signalisiert haben\u201c, sagt Michael Sch\u00f6dl, Alpenreferent beim LBV. Gemeinsam mit Grundeigent\u00fcmern und Bewirtschaftern wollen die Projektpartner kl\u00e4ren, welche Ma\u00dfnahmen bereits geplant sind, wo Handlungsbedarf besteht und welche Unterst\u00fctzung gew\u00fcnscht wird. Dabei geht es auch um Herausforderungen durch Klimawandel und ver\u00e4nderte Nutzungsbedingungen. So gewinnt die Wasserversorgung angesichts zunehmender Trockenheit an Bedeutung. Gleichzeitig verbuschen und verwalden offene Fl\u00e4chen zunehmend. \u00dcber das Projekt k\u00f6nnen geeignete Ma\u00dfnahmen unterst\u00fctzt und mit bereits laufenden Aktivit\u00e4ten abgestimmt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gemeinsamer Schutz \u00fcber Grenzen hinweg<br><\/strong>Mit einer ersten Arbeitssitzung in der Vogelschutzwarte Garmisch-Partenkirchen wurde das Projekt Anfang September offiziell gestartet. Bereits in der Antragsphase wurden die ZiWaCo-Partner von den nationalen EUREGIO-Gesch\u00e4ftsstellen unterst\u00fctzt. Zum Auftakt war auch Sabrina Blandau, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der EUREGIO Zugspitze-Wetterstein-Karwendel, anwesend.Der grenz\u00fcberschreitende Ansatz ist entscheidend: Die Lebensr\u00e4ume und Populationen der Zielarten machen nicht an politischen Grenzen halt \u2013 ihre Gef\u00e4hrdung auch nicht. Die Partner aus Bayern und Tirol wollen deshalb Forschung, Monitoring und konkrete Schutzma\u00dfnahmen eng miteinander verzahnen \u2013 \u00fcber die L\u00e4ndergrenze hinweg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ansprechpartner<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Lead-Projektabwicklung und den LBV<br>Michael Sch\u00f6dl (michael.schoedl@lbv.de; +49 (0)1523 \u2013 466 25 06)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Koordination Kleins\u00e4uger und den Alpenzoo Innsbruck-Tirol<br>Nora Weyer (n.weyer@alpenzoo.at; +43 (0)664 \u2013 347 14 95)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Land Tirol<br>Florian Lehne (florian.lehne@tirol.gv.at; +43 (0)512 \u2013 508 34 31)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Regierung von Schwaben<br>Ethelbert Babl (ethelbert.babl@reg-schw.bayern.de; +49 (0)821 \u2013 327 34 60)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" 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