27. Februar 2026 – Mit dem Schmelzen des Schnees und den spürbar länger werdenden Tagen kehren so langsam Frühlingsgefühle im Alpenzoo ein. Dabei fällt vielen Besucherinnen und Besuchern ein besonderes Verhalten auf: Braunbär Ander ist bereits seit Wochen im Außengehege aktiv – und das auch mitten im Winter. Häufig wird daher angenommen, er sei gerade aus seinem Winterschlaf erwacht. Tatsächlich stimmt das so jedoch nicht.
Braunbären halten in der Natur üblicherweise eine sogenannte Winterruhe. Dabei ziehen sie sich über die kalten Monate in ihre Höhle zurück und senken ihre Körperfunktionen ab, wachen jedoch immer wieder auf und können ihre Position verändern. Beim echten Winterschlaf – wie ihn beispielsweise Igel, Bilche oder unsere Alpenmurmeltiere halten – werden Körpertemperatur, Herzschlag und Atmung hingegen wesentlich stärker reduziert als bei der Winterruhe, und die Tiere schlafen über lange Zeit nahezu durchgehend.
Braunbär Ander verzichtet gewöhnlich auf die Winterruhe und ist auch in der kalten Jahreszeit regelmäßig im Freien unterwegs. Besucherinnen und Besucher konnten ihn daher selbst bei eisigen Temperaturen und Schnee aktiv beobachten. Seine Mitbewohnerin Martina bevorzugt hingegen den Innenbereich und zieht sich im Winter mehr zurück als Ander.
Dieses unterschiedliche Verhalten ist bei Braunbären nicht ungewöhnlich und hängt unter anderem mit individuellen Vorlieben, ihrem Geschlecht, dem verfügbaren Nahrungsangebot und den Haltungsbedingungen zusammen.
Mit den steigenden Temperaturen werden nun wieder beide Bären häufiger im Außengehege zu sehen sein. Der Alpenzoo lädt alle Interessierten herzlich ein, das Frühlingserwachen zu beobachten und dabei mehr über das faszinierende Verhalten der Braunbären zu erfahren.